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Afterwedding mit Christina & Eni

Hochzeit · 04/2018

Christina und Eni hatten zwar in Tracht im Standesamt geheiratet, aber so wirklich Bilder hat es von ihnen vor drei Jahren nicht gegeben. Daher haben sie sich für ein Afterwedding-Shooting im Grünen bei Sonnenuntergang entschieden. Mich hat es sehr gefreut, denn voriges Jahr durfte ich bereits die Taufe ihres süßen Sohnemanns begleiten – und so war es super entspannt, weil wir uns einfach schon kannten.

Eine entspannte Atmosphäre ist mir nämlich auch sehr, sehr wichtig. Ich glaub, ich bin sogar harmoniesüchtig. Wobei ich auch zugeben muss, dass sich meine innere Einstellung hier in den letzten Jahren schon auch etwas geändert hat. Ich mag es, neue Menschen kennenzulernen und die Feststellung, mit ihnen auf einer Wellenlänge zu sein, freut mich dann umso mehr. Glücklicherweise besitze ich ein relativ gutes Bauchgefühl und Gespür für Sachen und Dinge, ob etwas "passt" oder eben nicht. Und durch ein wenig Selbstreflektion und ein, zwei, dreimal Grübeln, treffe ich Entscheidungen schneller, ob etwas gut für mich ist oder eben nicht. Übersetzt: Ob mich etwas mehr Energie kostet, als ich bereit bin, hineinzustecken und unterm Strich gesagt, es mir wert ist. Schlussendlich möchte ja ein jeder nur eins: Zufriedenheit. Diese erreicht man nicht, wenn man sich über Dinge, Sachen oder Personen tausendmal aufregt – sondern sie ganz banal gesagt: ändert oder sogar entsorgt. Sei es bei irgendwelchen nervigen Gegenständen und Tatsachen oder auch Freunden, die mehr Nerven kosten als die Freude am Wiedersehen groß ist.

Tatsächlich gibt es zu entscheiden zwischen "Ja, ist gut." und "Muss ich ändern". Das "Ändern" kann dann womöglich teilweise etwas unangenehm sein, aber künftig betrachtet erleichtert es vieles – und diesen Gefallen darf man sich selbst tun. Schließlich geht es hier nicht um andere, sondern allein um dieses eine Leben, das man hat. Es schadet nämlich wirklich nicht, auch mal "nein" zu sagen.

Kürzlich hörte ich beim Munich Wedding Meetup ein paar sehr gute und inspirierende Vorträge (hier müsste ich jetzt aber zu weit ausholen, um alles genau zu erklären). Die Quintessenz aus diesem Tag war für mich, nicht die neueste Technik oder Ausstattung besitzen zu wollen, sondern die Art von Kunden zu besitzen, die zu mir passen und zu denen ich passe. Dass das Geschäftliche überhaupt zur Nebensache wird, dass beide in die gleiche Richtung blicken, dass man sich wohl fühlt beim Shooting, dass die Ergebnisse stimmen – so wie ich sie mir vorstelle und wie sie sich meine Kunden vorstellen – und zwar ohne Abzüge. Eine gleiche Vision, ein gleicher Geschmack, ein gleicher Stil. Das Resultat daraus ist dann quasi der perfekte Cocktail an Freude, Stolz, Zufriedenheit, Euphorie und Dankbarkeit. Daher habe ich mich auch dazu entschieden, beispielsweise keine Hochzeiten mehr mit mehr als 100 Gästen zu fotografieren, da ich die Qualität, die gerne leisten würde, in diesem Umfang nicht erbringen kann – zu stressig, zu viele Leute, zu wenig Zeit für Kreativität und Details. Enge Zeitpläne und viele Leute lassen mir nicht den nötigen Spielraum, alle emotionalen Momente einzufangen und am besten in Szene zu setzen, was ich aber tun möchte und ich dann schlussendlich auch nicht mit meiner Arbeit zufrieden bin.

Für einige mag das vielleicht egoistisch und hochnäsig klingen, aber ich sehe den Job als Fotografin nicht als reine Dienstleistung – sondern auch als eine Art Selbstverwirklichung. Und diese funktioniert eben auch nur durch ein gewisses Maß an Freiheit, Unabhängigkeit und gemeinsame Ziele.